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Linkbuilding Case Study: Wie wir 35 hochwertige Backlinks in 3 Monaten aufgebaut haben

Case Study: Unsere Linkbuilding-Strategie mit Guest Posting, Broken Link Building und Digital PR. Praxis-Tipps und echte Ergebnisse.

Linkbuilding bleibt 2026 einer der stärksten Ranking-Faktoren. Doch die Zeiten von Massenmails und PBN-Netzwerken sind vorbei. In dieser Case Study zeige ich Ihnen, wie wir für einen mittelständischen Kunden 35 hochwertige Backlinks in nur 3 Monaten aufgebaut haben — mit einer klar strukturierten Strategie aus Guest Posting, Broken Link Building und Digital PR.

Das Ausgangsproblem

Unser Kunde — ein B2B-Dienstleister im Bereich Facility Management — kam mit einem typischen Problem zu uns: Guter Content, solide technische Basis, aber kaum externe Verlinkungen. Die Zahlen aus dem initialen Backlink-Audit sprachen eine deutliche Sprache:

  • Domain Rating (DR): 15 — weit unter dem Branchendurchschnitt von 35
  • Referring Domains: Nur 23, davon 14 aus Verzeichnissen und Branchenbüchern
  • Link-Qualität: 60 % der bestehenden Links stammten von Seiten mit DR unter 10
  • Anchor-Text-Profil: 80 % nackte URLs — kein einziger thematisch relevanter Anchor

Das Ergebnis: Trotz gut optimierter Seiten rankten die Haupt-Keywords auf Position 25—40. Ohne externe Autoritätssignale stagnierte die Sichtbarkeit.

Warum Domain Rating allein nicht reicht

Ein hoher DR-Wert ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist die thematische Relevanz der verlinkenden Domains. 5 Links von thematisch passenden Fachportalen schlagen 50 Links von generischen Webkatalogen. Wir haben deshalb von Anfang an auf Qualität statt Quantität gesetzt.

Unsere Strategie: Der 3-Kanal-Ansatz

Statt alles auf eine Karte zu setzen, haben wir die Linkbuilding-Kampagne auf drei Kanäle verteilt. Diese Diversifikation minimiert Risiken und maximiert die Chancen auf unterschiedliche Linktypen:

  1. Guest Posting (40 % des Budgets): Fachartikel auf relevanten Branchenblogs und Magazinen — der zuverlässigste Kanal für kontrollierte, themenrelevante Links. Mehr dazu in unserem Guest-Posting-Leitfaden.

  2. Broken Link Building (30 % des Budgets): Systematisches Identifizieren toter Links auf Autoritätsseiten und Anbieten eigener Inhalte als Ersatz. Unsere komplette Methodik finden Sie unter Broken Link Building.

  3. Digital PR (30 % des Budgets): Erstellung einer datenbasierten Branchenstudie, die von Fachmedien aufgegriffen wird — der Kanal mit dem höchsten Link-Potenzial pro Aktion.

Budget-Verteilung nach Branche

Die 40/30/30-Verteilung ist unser Standardansatz für B2B-Dienstleister. Für E-Commerce-Kunden verschieben wir den Fokus auf 50 % Digital PR und 25/25 für die anderen Kanäle, weil sich Daten-Studien in diesem Bereich besonders gut verbreiten.

Woche 1-2

Audit & Analyse

Bestandsaufnahme des Backlink-Profils mit Ahrefs und Majestic. Wettbewerber-Analyse: Welche Domains verlinken auf Konkurrenten, aber nicht auf uns? Ergebnis: 340 potenzielle Link-Quellen identifiziert.

Woche 3-5

Content-Erstellung

3 Guest-Post-Artikel verfasst, 1 Ersatz-Ressource für Broken Links erstellt, 1 umfassende Branchenstudie mit eigenen Daten produziert. Alle Inhalte redaktionell aufbereitet.

Woche 6-9

Outreach-Kampagne

Personalisierte E-Mails an 180 Kontakte über Hunter.io recherchiert und versandt. A/B-Tests für Betreffzeilen und Pitch-Formate. Follow-ups nach 5 und 10 Tagen.

Woche 10-12

Link-Aufbau & Monitoring

Platzierung der Gastbeiträge, Nachverfolgung der Broken-Link-Anfragen, PR-Distribution der Studie. Fortlaufendes Monitoring in Ahrefs: Neue Backlinks, Indexierung, Ranking-Veränderungen.

Guest Posting: Vom Massenmailing zum Beziehungsaufbau

Guest Posting war unser Hauptkanal — und gleichzeitig der, bei dem wir den Ansatz am radikalsten verändert haben. Die Zeiten von generischen Pitches sind vorbei.

Unser Outreach-Wandel

Alter Ansatz
  • Cold Outreach ohne Vorrecherche
  • Generische Pitch-Templates an 500+ Empfänger
  • Antwortrate: magere 5 %
  • Kein Beziehungsaufbau vor dem Pitch
  • Artikelvorschläge ohne Mehrwert für den Blog
Neuer Ansatz
  • 2 Wochen Social-Media-Interaktion vor dem Pitch
  • Personalisierte E-Mails mit Bezug auf aktuelle Artikel
  • Antwortrate: 28 % (5,6x Steigerung)
  • Konkrete Themenvorschläge mit Daten und Outlines
  • Nachweisbarer Mehrwert: Exklusive Insights und Statistiken

Wie wir Ziel-Blogs identifiziert haben

Wir haben in Ahrefs den Content Explorer genutzt, um Blogs zu finden, die in den letzten 12 Monaten über Facility Management, Gebäudetechnik und Betriebsführung geschrieben haben. Unsere Auswahlkriterien:

  • DR 30+ — Nur Seiten mit eigener Autorität
  • Organischer Traffic 1.000+/Monat — Aktive, indexierte Blogs
  • Aktuelle Publikation — Letzter Beitrag nicht älter als 3 Monate
  • Thematische Passung — Mindestens 3 verwandte Artikel im Archiv

Von 120 identifizierten Blogs haben wir 45 für den Outreach vorqualifiziert. Ergebnis: 15 platzierte Gastartikel mit jeweils einem kontextuellen Backlink.

Broken Link Building klingt simpel: Tote Links finden, Webseitenbetreiber kontaktieren, eigenen Content als Ersatz anbieten. In der Praxis erfordert es systematisches Arbeiten. Unsere vollständige Strategie dokumentieren wir unter Broken Link Building.

Unser Prozess in Zahlen

  1. Recherche: Mit Ahrefs “Best by Links” und dem Filter “404 not found” haben wir auf 60 Branchenwebsites nach toten ausgehenden Links gesucht.
  2. Ergebnis: 127 Broken Links auf thematisch relevanten Seiten identifiziert.
  3. Qualifizierung: 80 Links auf Seiten mit DR 25+, aktuellem Content und echtem redaktionellen Team vorselektiert.
  4. Content-Erstellung: Für die häufigsten toten Ressourcen haben wir einen umfassenden Ersatz-Guide erstellt: “Energieeffizienz im Gebäudemanagement 2026”.
  5. Outreach: 80 personalisierte E-Mails versendet, jeweils mit Screenshot des Broken Links und direktem Verweis auf unsere Ersatz-Ressource.
  6. Ergebnis: 12 gewonnene Backlinks — eine Conversion Rate von 15 %.

15 % Conversion Rate -- warum so hoch?

Der Schlüssel liegt im Mehrwert. Wir melden dem Seitenbetreiber nicht nur den toten Link, sondern liefern gleichzeitig eine bessere Alternative als das Original. Unser Ersatz-Guide war aktueller, umfassender und mit eigenen Daten angereichert. Das macht die Entscheidung einfach.

Digital PR: Eine Daten-Studie, 8 Fachpublikationen

Der dritte Kanal war gleichzeitig der mit dem höchsten ROI. Wir haben eine eigene Branchenstudie erstellt: “Betriebskosten im Facility Management 2026: Analyse von 500 Objekten in Deutschland.”

Warum Daten-Studien funktionieren

Journalisten und Fachredakteure suchen ständig nach zitierbaren Daten. Wenn Sie eine Studie mit einzigartigen, nicht anderweitig verfügbaren Zahlen veröffentlichen, werden Sie zur Quelle. Und Quellen werden verlinkt.

Unsere Vorgehensweise

  1. Datenerhebung: Anonymisierte Betriebskostendaten unseres Kunden aus 500 verwalteten Objekten aggregiert und ausgewertet.
  2. Key Findings: 5 überraschende Erkenntnisse herausgearbeitet (z. B. “Energiekosten steigen 23 % schneller als die allgemeine Inflation”).
  3. Aufbereitung: Professionelle Infografiken, Executive Summary und downloadbare PDF-Version erstellt.
  4. Distribution: Pressemitteilung an 40 Fachredaktionen, persönlicher Pitch an 15 Branchenjournalisten.
  5. Ergebnis: 8 Fachpublikationen haben die Studie aufgegriffen und mit Backlink auf die Studien-Landingpage verlinkt.

Häufiger Fehler bei Digital PR

Viele Unternehmen erstellen Studien mit offensichtlichen Ergebnissen (“Unternehmen wollen Kosten sparen”). Das wird niemand zitieren. Ihre Studie braucht mindestens einen kontraintuitiven oder überraschenden Datenpunkt, der zum Teilen einlädt.

Anchor-Text-Verteilung: Natürlichkeit ist Pflicht

Ein unnatürliches Anchor-Text-Profil ist das häufigste Signal, an dem Google manipulativen Linkaufbau erkennt. Wir haben die Verteilung deshalb von Anfang an strategisch geplant:

Anchor-TypAnteilBeispielStrategie
Brand45 %“Facility Plus”, “facilitiyplus.de”Natürlichster Linktyp, Basis des Profils
URL20 %https://facilityplus.de/leistungenHäufig bei redaktionellen Erwähnungen
Partial Match20 %“Gebäudemanagement-Dienstleister”, “Betriebskosten senken”Thematische Relevanz ohne Over-Optimization
Generisch10 %“hier erfahren Sie mehr”, “zur Website”Natürliche Verlinkung im Fließtext
Exact Match5 %“Facility Management Dienstleister”Sparsam einsetzen — maximale Wirkung bei minimalem Risiko

Over-Optimization vermeiden

Ein Exact-Match-Anteil von über 10 % ist ein rotes Flag. Google’s Penguin-Algorithmus erkennt unnatürliche Anchor-Muster zuverlässig. Unser Rat: Halten Sie Exact Match unter 5 % und investieren Sie in Brand- und Partial-Match-Anchors.

Die Ergebnisse: 3 Monate, messbare Wirkung

Nach Abschluss der 12-wöchigen Kampagne haben wir die KPIs mit Ahrefs und der Google Search Console verglichen. Die Zahlen sprechen für sich:

31
Domain Rating Quelle: Ahrefs
58
Referring Domains Quelle: Ahrefs
+67 %
Organischer Traffic Quelle: GSC
4
Keywords in Top 10 Quelle: Ahrefs

Detailierte Aufschlüsselung

Vorher vs. Nachher (3 Monate)

Vor der Kampagne
15
Domain Rating
23
Ref. Domains
0
Top-10-Keywords
820
Org. Traffic/Monat
Nach der Kampagne
31
Domain Rating
58
Ref. Domains
4
Top-10-Keywords
1.369
Org. Traffic/Monat

Ergebnisse nach Kanal

KanalLinks gewonnenDurchschn. DR der QuelleKosten pro Link
Guest Posting15DR 42ca. 180 EUR
Broken Link Building12DR 38ca. 90 EUR
Digital PR8DR 55ca. 310 EUR
Gesamt35DR 44ca. 185 EUR

ROI-Betrachtung

Die Gesamtkosten der Kampagne (Content-Erstellung, Tools, Arbeitszeit) lagen bei ca. 6.500 EUR. Der daraus resultierende Traffic-Zuwachs von +67 % entspricht einem äquivalenten Google-Ads-Budget von ca. 2.800 EUR pro Monat. Die Investition amortisiert sich also bereits nach 2,5 Monaten — und die Links wirken langfristig weiter.

Ihre Linkbuilding-Checkliste: 6 Schritte zum Nachmachen

  1. Backlink-Audit durchführen: Analysieren Sie Ihr aktuelles Linkprofil mit Ahrefs oder Majestic. Wie viele Referring Domains haben Sie? Welche Qualität? Wie sieht das Anchor-Text-Profil aus?

  2. Wettbewerber-Lücken identifizieren: Nutzen Sie Ahrefs “Link Intersect”, um Domains zu finden, die auf Ihre Konkurrenten verlinken, aber nicht auf Sie. Das sind Ihre heißesten Prospects.

  3. Content-Assets erstellen: Ohne verlinkungswürdigen Content funktioniert kein Linkbuilding. Investieren Sie in Daten-Studien, umfassende Guides oder interaktive Tools, die echten Mehrwert bieten.

  4. Outreach personalisieren: Recherchieren Sie jeden Kontakt mit Hunter.io. Beziehen Sie sich auf aktuelle Artikel des Empfängers. Zeigen Sie, dass Sie den Blog kennen und gelesen haben. Details in unserem Outreach-Guide.

  5. Diversifikation einhalten: Setzen Sie nie alles auf einen Kanal. Kombinieren Sie Guest Posting, Broken Link Building und Digital PR für ein natürliches Linkprofil.

  6. Monitoring etablieren: Richten Sie in Ahrefs Alerts für neue Backlinks ein. Tracken Sie DR-Entwicklung, Referring Domains und Ranking-Veränderungen monatlich in einem Dashboard.

Fazit: Linkbuilding ist ein Marathon, kein Sprint

Diese Case Study zeigt: Qualitativ hochwertiger Linkaufbau funktioniert — aber er erfordert Strategie, Geduld und vor allem exzellenten Content. Es gibt keine Abkürzungen.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus 3 Monaten Kampagne:

  • Qualität schlägt Quantität. 35 Links von Seiten mit durchschnittlich DR 44 sind mehr wert als 350 Links von Spam-Domains.
  • Diversifikation schützt. Drei Kanäle bedeuten: Wenn einer schwächelt, liefern die anderen weiterhin Ergebnisse.
  • Beziehungen sind die Basis. Die besten Links entstehen nicht durch kalte Massen-E-Mails, sondern durch echte Branchenbeziehungen.
  • Daten sind Gold. Eine einzige Studie mit einzigartigen Zahlen kann mehr Links generieren als Monate an Guest-Posting-Arbeit.

Linkbuilding ist kein Projekt mit Enddatum — es ist ein fortlaufender Prozess. Aber mit der richtigen Strategie wird jeder investierte Euro messbar zur Stärkung Ihrer Domain-Autorität beitragen.

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Arnold Wender

SEO-Experte mit über 18 Jahren Erfahrung. Spezialisiert auf technisches SEO, Performance-Optimierung und barrierefreie Webentwicklung.

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