Backlink-Audit Schritt für Schritt: So analysieren Sie Ihr Linkprofil
Komplette Anleitung für ein Backlink-Audit: Toxische Links finden, Linkqualität bewerten und Ihr Profil mit dem Disavow Tool bereinigen.
Ein sauberes Linkprofil ist das Fundament jeder OffPage-Strategie. In über 18 Jahren SEO-Arbeit habe ich hunderte Backlink-Audits durchgeführt — und dabei ein klares Muster erkannt: Unternehmen, die ihr Linkprofil regelmäßig prüfen, erholen sich schneller von Algorithmus-Updates und bauen nachhaltigere Rankings auf. Hier zeige ich Ihnen den exakten Prozess, den ich bei jedem Audit verwende.
Warum ein Backlink-Audit unverzichtbar ist
Google bewertet nicht nur die Anzahl Ihrer Backlinks, sondern deren Qualität. Ein einziger toxischer Link kann zwar kein Ranking zerstören — aber ein Muster aus Spam-Links signalisiert Google, dass Ihr Linkprofil manipuliert wurde. Ein systematisches Audit deckt genau diese Risiken auf, bevor sie zum Problem werden.
Wann ist ein Audit dringend?
Führen Sie sofort ein Backlink-Audit durch, wenn: Sie einen plötzlichen Ranking-Verlust nach einem Core Update bemerken, eine manuelle Maßnahme in der Google Search Console erhalten haben, oder wenn Sie eine Domain übernommen haben, deren Linkhistorie Sie nicht kennen.
Die 6 Phasen eines professionellen Backlink-Audits
Daten sammeln und exportieren
Exportieren Sie Ihre Backlink-Daten aus mindestens zwei Tools (z.B. Ahrefs + Google Search Console). Kein einzelnes Tool erfasst 100% aller Links. Kombinieren Sie die Datensätze und entfernen Sie Duplikate.
Linkprofil-Übersicht erstellen
Analysieren Sie die Grundstruktur: Gesamtzahl der Backlinks, verweisende Domains, Verhältnis dofollow/nofollow, Ankertextverteilung und geografische Verteilung der linkgebenden Domains.
Toxische Links identifizieren
Filtern Sie nach Red Flags: Links von Spam-Domains (DA < 10 ohne echten Traffic), unnatürliche Ankertexte mit Exact-Match-Keywords, Links aus Link-Netzwerken, Pharma-/Casino-Spam und fremdsprachige Spam-Seiten.
Linkqualität bewerten
Bewerten Sie jeden verbleibenden Link nach: thematischer Relevanz, Autorität der linkgebenden Domain, Platzierung auf der Seite (Content-Link vs. Footer), Traffic der linkgebenden Seite und Natürlichkeit des Ankertextes.
Disavow-Liste erstellen
Tragen Sie alle als toxisch identifizierten Links in eine Disavow-Datei ein. Nutzen Sie Domain-Level-Disavow (domain:spam-seite.de) für komplett wertlose Domains. Einzelne URLs nur, wenn die Domain sonst wertvolle Links hat.
Disavow einreichen und dokumentieren
Laden Sie die Disavow-Datei in der Google Search Console hoch. Dokumentieren Sie jeden Audit mit Datum, Anzahl disavowter Links und Begründungen. Wiederholen Sie das Audit alle 3-6 Monate.
Tool-Vergleich: Ahrefs vs. Majestic vs. Moz
Jedes Tool hat seine Stärken. In der Praxis kombiniere ich mindestens zwei davon für ein vollständiges Bild.
| Feature | Ahrefs | Majestic | Moz |
|---|---|---|---|
| Backlink-Index-Größe | 35+ Mrd. | 2,3+ Billionen URLs | 44+ Billionen Links |
| Crawl-Frequenz | Alle 15-30 Min. | Täglich | Wöchentlich |
| Toxizitäts-Score | Trust Flow/Citation Flow | Spam Score | |
| Historische Daten | Ab 2015 | Ab 2006 | Ab 2012 |
| Ankertext-Analyse | |||
| Disavow-Export | |||
| Kostenloser Einstieg | Lite-Version | 10 Abfragen/Monat | |
| Beste Stärke | Frische Daten | Historische Tiefe | Spam-Erkennung |
Red Flags Checkliste: Toxische Backlinks erkennen
Prüfen Sie bei jedem verdächtigen Link diese Kriterien:
Sofort als toxisch einstufen
- Offensichtliche Link-Netzwerke: Hunderte Seiten mit identischem Template und ausgehenden Links zu verschiedenen Money-Keywords
- Pharma-/Casino-Spam: Gehackte Seiten, die Viagra, Casino oder ähnliche Inhalte enthalten
- Automatisch generierte Inhalte: Sinnlose Texte mit Keyword-Stuffing und Ihrem Link darin
- Paid Links ohne nofollow: Blog-Beiträge, die offensichtlich gekauft sind und als dofollow verlinken
Genauer prüfen
- Fremdsprachige Seiten ohne Themenbezug: Ein chinesischer Blog verlinkt auf Ihre deutsche Handwerker-Seite — verdächtig
- Extrem hohe Outbound-Link-Ratio: Seiten mit mehr als 100 ausgehenden Links bei wenig eigenem Content
- Exakte Keyword-Ankertexte über 5%: Wenn mehr als 5% Ihrer Ankertexte exakt Ihr Haupt-Keyword enthalten, ist das Profil unnatürlich
- Sitewide Footer-/Sidebar-Links: Tausende Links von einer Domain durch seitenweite Einbindung
Profi-Tipp: Der 80/20-Ansatz
Sie müssen nicht jeden einzelnen Link manuell prüfen. Sortieren Sie nach dem Spam-Score (Moz) oder Trust Flow (Majestic) und konzentrieren Sie sich auf die oberen 20% der verdächtigen Links. Diese verursachen 80% des potenziellen Schadens.
Nach dem Audit: Nächste Schritte
Ein Backlink-Audit ist kein einmaliges Projekt. Richten Sie ein kontinuierliches Link-Monitoring ein, um neue toxische Links frühzeitig zu erkennen. Nutzen Sie die gewonnenen Erkenntnisse, um Ihre Backlink-Metriken gezielt zu verbessern.
Wenn Sie verdächtige Links identifiziert haben, ist der nächste Schritt die korrekte Erstellung einer Disavow-Datei. Und wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Linkprofil im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet, empfehle ich eine gründliche Backlink-Analyse mit den hier vorgestellten Tools.
Fazit
Ein professionelles Backlink-Audit schützt Ihre Rankings und legt die Basis für nachhaltigen Linkaufbau. Die sechs Phasen — Daten sammeln, Übersicht erstellen, toxische Links finden, Qualität bewerten, Disavow-Liste bauen und einreichen — bilden einen wiederholbaren Prozess, den Sie alle drei bis sechs Monate durchlaufen sollten. Der Aufwand lohnt sich: Ein sauberes Linkprofil ist die beste Versicherung gegen zukünftige Google-Updates.
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